SWS - Praxishandbücher zur Gestaltungs-, Abwehr- und Durchsetzungsberatung

01. Handbuch Einkommensteuer / Bilanzsteuerrecht
25a. Kapitel:
Steuerleitfaden (Prüfungsfelder, Checkliste) Sponsoring-Aufwendungen und VIP-Logen in Sportstätten (§ 12 Nr. 1, § 4 Abs. 4 und 5, § 9 Abs. 1 S. 1, § 10b EStG, § 8 Abs. 3, § 9 Nr. 2 KStG ) im Steuermonitor: Umschreibung (Charakter) Sponsoring-Aufwendungen und Aufwendungen für VIP-Logen in Sportstätten; steuerliche (ertragsteuerliche und umsatzsteuerliche) Behandlung von Sponsoring-Aufwendungen und VIP-Logen - Aufwand in Sportstätten beim Sponsor und beim Empfänger; Vereinfachungsregelungen für VIP-Logen - Aufwand beim Betriebsausgabenabzug sowie Pauschalierung der ESt/LSt
Vgl. erganzend:
  1. Fragen

    1. Ist Sponsoring ein Rechtsbegriff aus dem Ertragsteuerrecht;
      welche steuerlichen Begriffsinhalte sind für die Auslegung des Sponsoringaufwands zu Grunde zu legen?
    2. Nach welchen Grundsätzen ist Sponsoringaufwand zu behandeln...
      • beim Leistenden
      • beim Leistungsempfänger?
    3. Welche Besonderheiten gelten für den Abzug von Aufwendungen für VIP-Logen in Sportstätten;
      welche Vereinfachungsrgelungen kommen in Betracht?
  2. Allgemeine ertragsteuerliche Grundsätze zum Sponsoring und dem Abzug der Sponsoring - Aufwendungen

    1. Sponsoring (- Aufwendungen) ist...
      • kein Rechtsbegriff des Ertragsteuerrechts,
      • weshalb die Aufwendungen nach den allgemeinen Grundsätzen des Ertragsteuerrechts zu behandeln (subsumieren) sind.
      1. Insbesondere gelten die Grundsätze über die Zuordnung der Aufwendungen dem Grunde nach...
      2. Unter Sponsoring wird üblicherweise verstanden...
        • die Gewährung von Geld oder geldwerten Vorteilen
        • durch Unternehmen zur Förderung von Personen, Gruppen und/oder Organisationen in sportlichen, kulturellen, kirchlichen, wissenschaftlichen, sozialen, ökologischen oder ähnlich bedeutsamen gesellschaftspolitischen Bereichen,
        • mit der regelmäßig auch eigene unternehmensbezogene Ziele der Werbung oder der Öffentlichkeitsarbeit verfolgt werden.
    2. Auch für die Geltendmachung von Sponsoring-Aufwendungen als Betriebsausgaben oder Werbunbgskosten gelten vorrangig die Grundsätze über die steuerliche Behandlung von z.B.…
    3. Zur Behandlung beim Geber aufgrund des primären Veranlassungsprinzips kann Sponsoring zu folgenden Anwendungen führen:
      1. Bei einzelnen natürlichen Personen können vorliegen:
        1. Zu den Betriebsausgaben (Werbungskosten) gehören Sponsoraufwendungen dem Grunde nach, wenn ...
          • der Sponsor primär wirtschaftliche Vorteile erstrebt,
          • die insbesondere in der Sicherung oder Erhöhung seines betrieblichen Ansehens liegen oder für Produkte seines Unternehmens werben will.
          1. Welche konkreten Einzelmaßnahmen...
            • der Stpfl. zur Erreichung dieser (betrieblichen beruflichen) Zwecke
            • aufgrund eines Vertrags oder freiwillig ergreift,
            • unterliegt nicht der Wertung der Finanzbehörden.
      2. Bei Kapitalgesellschaften können vorliegen:
  3. Behandlung der Sponsoring-Aufwendungen beim Empfänger

    1. Bei einzelnen natürliche Personen (z.B. Sportler)
      1. Grds. steuerbare Einnahme, z.B. nach § 15 EStG beim selbständig tätigen Berufssportler (vgl. 1. SW, 30. Kapitel01. Handbuch Einkommensteuer / Bilanzsteuerrecht
        Gewerbebetrieb, gewerbliche Tätigkeit iS. des § 15 EStG, § 2 Abs. 1 GewStG: Merkmale gewerblicher Tätigkeit sind gem. § 15 Abs. 2 EStG Gewinnerzielungsabsicht, Selbständigkeit, nachhaltige Tätigkeit, Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr; Abgrenzung gewerblicher Tätigkeit zu LuF, selbständiger Arbeit (Freiberufler); Abgrenzung privater Vermögensverwaltung vom gewerblichen Grundstückshandel ("Drei-Objekt-Grenze"), Abgrenzung steuerbarer und nicht steuerbarer Einnahmen / sog. Abfärbewirkung (Abfärbetheorie) bei Personengesellschaften (§ 15 Abs. 3 Nr. 1 EStG) / gewerblich geprägte Personengesellschaft (§ 15 Abs. 3 Nr. 2 EStG); keine gewerbliche Prägung einer "GmbH & Co GbR" beim individualvertraglich vereinbarten Haftungsausschluss / gewerbliche Tätigkeit des Verpächters eines Betriebs, bei Betriebsaufspaltung, bei gemischten Tätigkeiten eines Freiberuflers / ESt - Tarifermäßigung bei gewerblichen Einkünften / Anmelde- bzw. Anzeigepflichten der Erwerbstätigkeit gegenüber dem FA
        ),
    2. Steuerbegünstigte Körperschaft
      1. Ist der Empfänger eine steuerbegünstigte Körperschaft, können die Einnahmen, je nach Einzelfall,…
        • steuerfreie Einnahmen im ideellen Bereich oder aus der Vermögensverwaltung;
        • steuerpflichtige Einnahmen innerhalb eines wirtschaftlichen Geschäftsbetriebs sein.
      2. Handelt es sich um eine nicht steuerbegünstigte Körperschaft, liegen gewerbliche Einkünfte vor.
    3. Ob der Aufwendungsempfänger umsatzsteuerrechlich eine...
  4. Behandlung der Aufwendungen für VIP-Logen in Sportstätten beim Sponsor und beim Empfänger / Vereinfachungsregelungen für Aufwendungen i.S. von § 4 Abs. 4 EStG; Pauschalierung der ESt/LSt

    (Vgl. auch BMF-Schr., BStBl 2005 I S. 845, zitiert Rz...)
    1. Sponsoring-Aufwendungen Rahmen von Sportereignissen
      1. Zwischen dem „Sponsor“ und dem „gesponserten“ Unternehmen...
        • wird regelmäßig in einem Gesamtpaket geregelt, welche einzelnen Gegenleistungen der Sponsor in der Sportstätte
        • für dem Gesamtbetrag seiner Leistungen (Vergütung) in Anspruch nehmen kann.
        1. Neben den üblichen Werbeleistungen für den Sponsor kommt z.B. in Betracht...
          • die Überlassung von Eintrittskarten bei Sportveranstaltungen (z.B. für VIP-Logen),
          • die Überlassung von Räumen,
          • sowie die Bewirtung während der Sportveranstaltungen.
      2. Beim Sponsor ist in der ersten Prüfungsstufe ist zu hinterfragen, ob die Aufwendungen der Sponsors gehören zu den nicht einkünftemindernden
        1. Soweit die Aufwendungen dem Grunde nach zu den Betriebsausgaben (BA-Charakter) gehören (vgl. 1. SW, 7. Kapitel01. Handbuch Einkommensteuer / Bilanzsteuerrecht
          Gewinn und Gewinnermittlungsmethoden iS. des EStG / positives und negatives Wirtschaftsgut iS. des EStG / wirtschaftlicher Eigentümer eines Wirtschaftsgut iS. des EStG / notwendiges und gewillkürtes Betriebsvermögen und Privatvermögen / Entnahmen und Einlagen iS. des EStG / Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben iS. des EStG
          ), ...
      3. Behandlung der Sponsoring - Aufwendungen bein Empfänger
        1. Soweit die Aufwendungen mit BA-Charakter für die VIP-Maßnahmen erfolgen zugunsten von...
          • Geschäftsfreunden, können sie bei diesen zu Betriebseinnahmen oder Arbeitslohn führen, Rz. 7;
          • Arbeitnehmern (des Sponsors oder der Geschäftsfreunde des Sponsors), können sie zu steuerpflichtigem Arbeitslohn in Form von Sachbezügen führen, Rz. 10.
    2. Überlassung von Räumen in der Sportstätte außerhalb von Sportereignissen 
      1. Bei Überlassung von Räumen in der Sportstätte außerhalb von Sportereignissen (z.B. zu Konferenzen, Geschäftsfreundebesprechungen)...
        • sind diese Aufwendungen in angemessenem Umfang
        • nach § 4 Abs. 4 EStG abziehbar, Rz. 3.
    3. Im Übrigen sind beim Sponsor für Aufwendungen i.S. von § 4 Abs. 4 EStG (dem Grunde) folgende Vereinfachungsregelungen anwendbar, Rz. 14 bis 19:
      1. Der Gesamtbetrag, der BA-Charakter hat, kann wie folgt aufgeteilt werden:
        • vorab 15 v.H.  für besondere Raumnutzung, wenn...
          • sie mindestens einmal wöchentlich nicht an Tagen erfolgt,
          • an denen Sportereignisse stattfinden (Rz. 3 und 19);
        • vom verbleibenden Betrag:
          • 40 v.H. abziehbarer Anteil Werbung (Rz. 14);
          • 30 v.H. Anteil Bewirtung, auf den § 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG anzuwenden ist (Rz. 14);
          • 30 v.H. Geschenke, davon entfallen als abziehbare Aufwand auf eigene Arbeitnehmer des Sponsors 50 v.H., s.u.;
            1. Soweit sie auf Geschäftsfreunde entfallen, sind sie nicht abziehbar, Rz. 14 und 15, s.u.
      2. Soweit die Geschenkzuwendungen auf...
        •  auf Geschäftsfreunde entfallen, brauchen diese keine Betriebseinahmen oder Arbeitslohn erfassen, wenn sie der Sponsor mit pauschal 60 v.H. versteuert, Rz. 15, 16;
        • auf Arbeitnehmer des Sponsors entfallen, sind sie abziehbar und können als Arbeitslohn in Form von Sachwertzuwendungen pauschal mit 30 v.H. versteuert werden, Rz. 17 und 18.
  5. Umsatzsteuerliche Behandlung von Sponsoring - Aufwendungen und Aufwendungen für VIP - Logen

    1. Vgl. zu § 3 Abs. 1b, § 3 Abs. 9a UStG, A 1.1 Abs. 23 UStAE, 2. SW, 2. Kapitel02. Handbuch Umsatzsteuer
      Unternehmerbegriff, Lieferungen, sonstige Leistungen, Leistungsaustausch, unentgeltliche Wertabgaben, innergemeinschaftliche Erwerbe, umsatzsteuerliche Gebiete, Ort und Zeit der Umsätze iS. des UStG, Unternehmenseinheit, Organschaft, Geschäftsveräußerung
      , 2. SW, 3. Kapitel02. Handbuch Umsatzsteuer
      Bemessungsgrundlagen nach § 10 UStG (Entgelt, Tausch, Hingabe an Zahlungs statt; Einkaufspreis zuzüglich Nebenkosten; Selbstkosten; Ausgaben; Durchschnittsbeförderungsentgelt; Mindestbemessungsgrundlage; Sonderfälle zur Ermittlung der der USt-Bemessungsgrundlagen: Entgelt nach § 10 USt dem Grunde und der Höhe nach (sog. Leistungsaustausch) / Einzelfälle zur Ermittlung des Entgelts: Entgelt von dritter Seite; Tausch, tauschähnlicher Umsatz und Hingabe an Zahlungs statt; Übertragung eines Pfandscheins / weitere BFH-Rspr. zum Leistungsaustausch: Abgabe von "Gratis-Handys" durch einen Vermittler von Mobilfunkverträgen; Aufteilung eines Gesamtkaufpreises; Beistellungen (Material- und Leistungsbeistellungen); Doppelzahlungen; Einzweckguthabenkarten in der Telekommunikation; Erlöspoolung und Meta-Verbindungen; Erwerb zahlungsgestörter Forderungen; Forderungsabtretung; Forderungskauf; freiwillige Zahlungen; Geldspielumsätze in Spielautomaten; Gutscheine für Geldspielgeräte ("Freimünzung"); Grunderwerbsteuer; Gutscheine (kostenlose Leistungen gegen Vorlage eines ausgegebenen Gutscheins, Preisnachlässe in der Lieferkette); Kreditkauf; Nachnahmesendungen; Nebenkosten und Auslagenersatz; Pfandgelder; Pfandleihgeschäft; Preisnachlässe durch einen Verkaufsagenten; "Refundierung" der "Vorverkaufsgebühr" beim Verkauf von Konzertkarten; unfreie Sendungen; Verwertung von Sicherungsgut im Insolvenzverfahren; Wechseldiskont; Wert der Leistung ist höher bzw. niedriger als das Entgelt; Zahlungsabzüge; Zentralregulierung; Zinssubventionen (verbilligter Zins); Zuschüsse (unechte und echte öffentliche und private Zuschüsse) / kein Entgelt sind durchlaufende Posten / Bemessungsgrundlage beim innergemeinschaftlichen Erwerb / Bemessungsgrundlagen für unentgeltliche Wertabgaben: Einkaufspreis zuzüglich Nebenkosten, Selbstkosten, Ausgaben / Margenbesteuerung für Reiseleistungen (§ 25 Abs. 3 UStG); Differenzbesteuerung im Gebrauchtwarenhandel, Kunstgegenstände, Sammlungsstücken und Antiquitäten (§ 25a Abs. 3 UStG) / Voraussetzungen der sog. Mindestbemessungsgrundlage, falls Leistungsempfänger zum VoSt berechtigt ist (§ 10 Abs. 5 UStG); Anwendungsfälle; keine Anwendung der Mindestbemessungsgrundlage auf verbilligtes Entgelt für Leistungen an Arbeitnehmer; Deckelung der Mindestbemessungsgrundlage auf marktübliches Entgelt; Mindestbemessungsgrundlage bei der USt-Steuerschuldumkehr nach § 13 UStG / Durchschnittsbeförderungsentgelt bei der Beförderungseinzelbesteuerung (§ 10 Abs. 6 UStG) / Bemessungsgrundlagen für die Einfuhr (§ 11 UStG)
      .

 

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