SWS - Praxishandbücher zur Gestaltungs-, Abwehr- und Durchsetzungsberatung

13. Handbuch Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht / E-Bilanz
1. Kapitel/A:
Praxis-Leitfaden Steuern: Grundsätze zur Aufstellung von Jahresabschlüssen nach Handels- und Steuerrecht (Einheitsbilanz): Pflicht zur Erstellung der Bilanz und der Gewinn- und Verlust-Rechnung, des Anhangs und des Lagebericht; zu beachtende allgemeinen GoB - Grundsätze / Zusammenhang zwischen der Handels- und Steuerbilanz; erfolgswirksame Ableitung der Steuerbilanz aus der Handelsbilanz / Übermittlung steuerrelevanter Unterlagen an die Finanzbehörden
Vgl. ergänzend:
  1. Allgemeine Grundsätze und Pflichten zur Erstellung eines Jahresabschlusses und den Finanzbeörden zu übermittelnde Unterlagen

    1. Der Jahresabschluss besteht aus ...
      • der Bilanz und der Gewinn- und Verlust-Rechnung für das vergangene Geschäftsjahr, § 242 Abs. 3 HGB.
      1. Bei Kapitalgesellschaften und bestimmten Handelspersonengesellschaften i.S. des § 264a HGB (= KapGes. usw. ...) kommen hinzu ein ...
        • Anhang, § 264 Abs. 1 S. 1 iV. mit §§ 284 ff. HGB;
        • Lagebericht, wenn es sich nicht um kleine Kapitalgesellschaften i.S. des HGB handelt, § 264 Abs. 1 S. 1 iV. mit §§ 289, 289a HGB.
    2. Der Jahresabschluss eines buchführungspflichtigen Kaufmanns iS. des HGB…
      1. In der Bilanz sind gesondert auszuweisen und hinreichend aufzugliedern
        • das Anlage- und das Umlaufvermögen,
        • das Eigenkapital, die Schulden sowie
        • die Rechnungsabgrenzungsposten gesondert auszuweisen und hinreichend aufzugliedern, § 247 Abs. 1 HGB.
        1. Beim Anlagevermögen sind nur die Gegenstände auszuweisen, die bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, § 247 Abs. 2 HGB.
      2. Bei Personengesellschaften ist nach § 120 HGB am Schluss jedes Geschäftsjahrs auf Grund der Bilanz
      3. Besondere Ausweis und Vermerkbestimmungen ergeben sich für offene Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften iS. § 264a aus § 264c HGB.
      4. Für Kapitalgesellschaften usw. ergeben sich aus
        1. Kleine Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 1 HGB) …
          • brauchen den Lagebericht nicht aufzustellen;
          • dürfen den Jahresabschluss auch später aufstellen, wenn dies einem ordnungsmäßigen Geschäftsgang entspricht, jedoch innerhalb der ersten sechs Monate des Geschäftsjahres, § 264 Abs. 1 S. 3 und 4 HGB.
    3. Eine Befreiung von der Pflicht zur Buchführung und Erstellung eines Inventars...
      • kommt in Betracht
      • für sog. kleine Einzelkaufleute und Handelspersonengesellschaften nach § 241a, § 264b HGB.
      1. Nach § 241a S. 1 HGB brauchen (nur) Einzelkaufleute,…
        • die an den Abschlussstichtagen von zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren
        • nicht mehr als 500 000 EUR Umsatzerlöse und
        • 50 000 EUR Jahresüberschuß aufweisen, die §§ 238 bis 241 HGB nicht anzuwenden.
        1. Im Fall der Neugründung treten die Rechtsfolgen schon ein, wenn die Werte des Satzes 1 am ersten Abschlussstichtag nach der Neugründung nicht überschritten werden, § 241a S. 2 HGB.
    4. Der Steuererklärung beizufügende Unterlagen
      1. Sofern auf eine elektronische Übermittlung nach § 5b Abs. 2 EStG (Tz. 1.5. und 1. SW, 6b. Kapitel01. Handbuch Einkommensteuer / Bilanzsteuerrecht
        Steuerleitfaden Prüfungsfelder, Checkliste) elektronische Übermittlung (Kommunikation) steuerrelevanter Unterlagen im Steuermonitor: Elektronische Übermittlung (Kommunikation) der Jahresabschlüsse, ESt- und KSt- Steuererklärungen, gesonderte Feststellungen und weitere Unterlagen; E-Bilanzen und E-GuV / Datenübermittlung nach der AltvDV / elektronische Kommunikation innerhalb der Finanzverwaltung / gesetzlicher Ausschluss der elektronischen Übermittlung / eigenhändige Unterschrift einer Steuererklärung; eigenhändige Unterschrift bei Fax-Übermittlung bzw. Vorlage einer Faxkopi
        ) verzichtet wird, sind...
        • der Steuererklärung nach § 60 Abs. 1 EStDV beizufügen
        • eine Abschrift der Handels-Bilanz und der GuV.
        1. Enthält die Bilanz Ansätze oder Beträge,
          • die den steuerlichen (Vorbehalts-) Vorschriften nicht entsprechen (vgl. § 5 Abs. 6 EStG),
          • so sind diese Ansätze oder Beträge durch Zusätze oder Anmerkungen den steuerlichen Vorschriften anzupassen § 60 Abs. 2 S. 1 EStDV.
        2. An Stelle
          • der beizufügenden Zusätze oder Anmerkungen nach § 60 Abs. 2 S. 1 EStDV,
          • kann der Stpfl. der Steuererklärung
          • auch eine den steuerlichen Vorschriften entsprechende Bilanz (Steuerbilanz) beifügen, § 60 Abs. 2 S. 1 EStDV.
      2. Sofern vorliegen ein
        • Anhang (§§ 284 ff. HGB),
        • Lagebericht (§§ 289, 289a HGB),
        • Prüfungsbericht (§§ 316 ff. HGB),
        • sind diese der Steuererklärung beizufügen, § 60 Abs. 3 EStDV.
    5. Sofern der Stpfl,…
    6. Zur weiteren elektronische Übermittlungspflichten
    7. Zur Verwendung von amtlich vorgeschriebenen Steuererklärungsvordrucken vgl. BMF-Schr. vom 11.3.2011, BStBl I S. 247.
    8. Zu den Aufbewahrungs- und Vorlagepflichten vgl. ergänzend auch 1. SW, 6a. Kapitel01. Handbuch Einkommensteuer / Bilanzsteuerrecht
      Steuerleitfaden (Prüfungsfelder, Checkliste)zu §§ 134 bis 139c, 147a AO (Anzeige- und Meldepflichten, Buchführungspflichten, ID-Merkmale wirtschaftlich Tätiger) im Steuermonitor: Anzeige- und Meldepflichten, Buchführungspflicht, Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflichten für Steuerpflichtige mit Gewinneinkünften nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 EStG: Buchführungspflicht für Kaufleute, gewerbliche Unternehmen und Land- und Forstwirte; Buchführungspflicht einer ausländischen Immobilienkapitalgesellschaft / Aufbewahrungspflichten für Stpfl. mit Einkünfte nach § 2 Abs. 1 Nr. 4 bis 7 EStG (Überschusseinkünfte) / Anzeigepflichten bei Auslandsbeteiligungen / Ordnungsvorschriften für die (ordnungsmäßige) Buchführung und für Aufzeichnungen nach Handelsrecht und Steuerrecht / steuerrelevante Unterlagen für die Außenprüfung (Betriebsprüfung) bzw. Umsatzsteuer-Nachschau / Identifikationsmerkmale, Identifikationsnummer eines Steuerpflichtigen; Rechte und Pflichten der Einwohner-Meldebehörden im Zusammenhang mit der Erhebung der Identifikationsmerkmale und Verwendung der Identifikationsnummer / Wirtschafts-Identifikationsnummer für wirtschaftlich Tätige; Rechte und Pflichten der Finanzämter und des Bundeszentralamt für Steuern im Zusammenhang mit der Erhebung, Speicherung und Verwendung der Merkmale des wirtschaftlich Tätigen
      .
  2. Gliederung der Bilanz nach § 266 ff. HGB (Allgemein)

    1. Die Bilanz ist in Kontoform aufzustellen, § 266 Abs. 1 S. 1 HGB.
    2. Dabei haben große und mittelgroße Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 3, 2 HGB)…
      • auf der Aktivseite die in § 266 Abs. 2 HGB und auf der Passivseite die in § 266 Abs. 3 HGB bezeichneten Posten
      • gesondert und in der vorgeschriebenen Reihenfolge auszuweisen, § 266 Abs. 1 S. 2 HGB.
    3. Kleine Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 1 HGB) brauchen nur eine verkürzte Bilanz aufzustellen,…
      • in die nur die in den Abs. 2 (Aktiva) und 3 (Passiva) mit Buchstaben und römischen Zahlen bezeichneten Posten
      • gesondert und in der vorgeschriebenen Reihenfolge aufgenommen werden, § 266 Abs. 1 S. 3 HGB.
      1. Kleine Kapitalgesellschaften sind solche, die mindestens zwei der drei nachstehenden Merkmale nicht überschreiten:
        • 1. 4.840.000 Euro Bilanzsumme nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags (§ 268 Abs. 3 HGB);
        • 2. 9.680.000 Euro Umsatzerlöse in den zwölf Monaten vor dem Abschlussstichtag;
        • 3. Im Jahresdurchschnitt fünfzig Arbeitnehmer;
        • § 267 Abs. 1 HGB.
  3. Gliederungsschema der Bilanz nach § 266 HGB

    1. Kleine Kapitalgesellschaften (§ 267 Abs. 1 HGB) brauchen nur eine verkürzte Bilanz aufzustellen,...
      • in die nur die in den Abs. 2 (Aktiva) und 3 (Passiva) mit Buchstaben und römischen Zahlen bezeichneten Posten
      • gesondert und
      • in der vorgeschriebenen Reihenfolge aufgenommen werden, § 266 Abs. 1 S. 3 HGB
  • Aktiva (§ 266 Abs. 2 HGB):

    * Kursiv gedruckte Positionen brauchen von kleinen Kapitalgesellschaften nicht aufgenommen werden

    A. Anlagevermögen: 
  • I. Immaterielle Vermögensgegenstände:
  • 1. Selbst geschaffene gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte;
  • 2. entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten;
  • 3. Geschäfts- oder Firmenwert;
  • 4. geleistete Anzahlungen;
  • II. Sachanlagen:
  • 1.* Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken;
    • *Untergliederung lt. Beck’schem Bilanzkommentar in vier Positionen
  • 2.  technische Anlagen und Maschinen;
  • 3.  andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung;
  • 4.  geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau;
  • III. Finanzanlagen:
  • 1. Anteile an verbundenen Unternehmen;
  • 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen;
  • 3. Beteiligungen;
  • 4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht;
  • 5. Wertpapiere des Anlagevermögens;
  • 6. sonstige Ausleihungen;
  • B. Umlaufvermögen:
  • I. Vorräte:
  • 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe;
  • 2. unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen;
  • 3. fertige Erzeugnisse und Waren;
  • 4. geleistete Anzahlungen;
  • II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände:
  • 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen;
  • 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen;
  • 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht;
  • 4. sonstige Vermögensgegenstände;
  • III. Wertpapiere: 
  • 1.  Anteile an verbundenen Unternehmen;
  • 2.  sonstige Wertpapiere;
  • IV. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks.
  • C. Rechnungsabgrenzungsposten
  • D. Aktive latente Steuern
  • E. Aktiver Unterschiedsbetrag aus der Vermögensverrechnung
  • Passiva (§ 266 Abs. 3 HGB)

    *   Kursiv gedruckte Positionen brauchen von kleinen Kapitalgesellschaften nicht aufgenommen werden

  • A. Eigenkapital
  • I.  Gezeichnetes Kapital;
  • II. Kapitalrücklage;
  • III. Gewinnrücklagen:
  • 1. gesetzliche Rücklage;
  • 2. Rücklage für Anteile an einem herrschenden oder mehrheitlich beteiligten Unternehmen;
  • 3. satzungsmäßige Rücklagen;
  • 4. andere Gewinnrücklagen
  • IV. Gewinnvortrag / Verlustvortrag;
  • V. Jahresüberschuß / Jahresfehlbetrag.
  • B. Rückstellungen
  • 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen;
  • 2. Steuerrückstellungen;
  • 3. sonstige Rückstellungen;
  • C. Verbindlichkeiten
  • 1. Anleihen, davon konvertibel;
  • 2. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten;
  • 3. erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen;
  • 4. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen;
  • 5. Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel;
  • 6. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen;
  • 7. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht;
  • 8. sonstige Verbindlichkeiten,
    davon aus Steuern,
    davon im Rahmen der sozialen Sicherheit;
  • D. Rechnungsabgrenzungsposten
  • E. Passive latente Steuern
      

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