SWS - Praxishandbücher zur Gestaltungs-, Abwehr- und Durchsetzungsberatung

13. Handbuch Jahresabschluss nach Handels- und Steuerrecht / E-Bilanz
1. Kapitel/D:
Praxis-Leitfaden: Lagebericht nach § 289 iV. mit § 264 Abs. 2 HGB
Vorbemerkung - Eine alte Kaufmannserfahrung besagt:

Einer „guten“ Bilanz sieht man nicht an, wie gut es dem Kaufmann geht, einer „schlechten“ nicht, wie schlecht es ihm geht, d.h. es gibt keine „wahre“ Bilanz.
Das aktuelle, weltweite Banken-Bilanzendesaster bestätigt in geradezu dramatischer Weise diese alte Kaufmannserfahrung.
Unter Funktionsgesichtspunkten gesehen, ist es jedoch aus verschiedenen Gründen erforderlich, aus der handels- bzw. steuerlichen Jahresbilanz ergänzend eine „Funktionsbilanz“ abzuleiten; diese Gründe können z.B. sein:
  • Unternehmensbewertung;
  • Bankenbilanz zur Kreditvergaben auf der Grundlage von Basel II;
  • Rating-Bilanz zur Ermittlung des Diskriminanz- bzw. des Krisensignalwerts;
  • Plausibilitätsbeurteilungen.
  1. Wirtschaftsbericht, § 289 Abs. 1 HGB

    1. Quantitative Jahresabschlussanalyse (sog. hard facts) - Berechnung der wichtigsten Kennziffern aufgrund der ausgewiesenen Beträge in der Bilanz und der GuV (quantitative Jahresabschlussanalyse) zur (Allgemein, § 264 Abs. 2 HGB):
      1. Vermögenslage:
        • Eigenkapitalquoten
        • Verschuldungsgrad
        • Anlagendeckungsgrad
        • Selbstfinanzierungsrad
        • Rücklagenanteil
        1. Welche Basiszahlen sind bankspezifisch (z.B. bei Ermittlung der Eigenkapitalquoten) zugrunde zu legen?
          • Buchwerte lt. Handelsbilanz
          • Buchwerte lt. Steuerbilanz
          • Beizulegender Wert (bzw. Teilwert) i.S. des Handelsrechts
      2. Finanzlage:
        • Cashflow-Rate
        • Liquidität
        • Schuldentilgungsdauer
        • Debitorenlaufzeit
        • Kreditorenlaufzeit
      3. Ertragslage:
        • Jahresüberschuss
        • Eigenkapitalrentabilität
        • Gesamtkapitalrentabilität
        • Umsatzrendite
        • Personalaufwandsquote
        • Zinsdeckung
    2. Geschäftsverlauf
      1. Die Angaben zum Geschäftsverlauf können sich z.B. erstrecken auf:
        • Auftragseingang und Auftragsbestand
        • Absatzentwicklung
        • Kapazitätsauslastung
        • Produktions- und Absatzprogramme
        • Beschäftigungsgrad
        • Chancen- und Risikeobeurteilungen
        1. Bechtung bankspezifischer Vorgaben
    3. Qualitative Analyseaspekte (sog. soft facts)
      • Gesamtwirtschaftliche Situation (z.B. Konjunktur)
      • Brachensituation (z.B. Baubranche)
      • Unternehmensindividuelle Situation
        1. Beachtung bankspezifischer Vorgaben
  2. Nachtragsbericht, § 289 Abs. 2 Nr. 1 HGB

    1. Gegenstand dieses Berichtsteils sind
      • bekannt gewordene wertbegründende Umstände zur Lage des Unternehmens,
      • die nach Bilanzstichtag,
      • aber vor Bilanzerstellung eingetreten sind.
  3. Prognosebericht, § 289 Abs. 2 Nr. 2 HGB

    1. Gegenstand dieses Berichtsteils...
      • ist die voraussichtliche Entwicklung der Lage des Unternehmens
      • in den nächsten 1 bis 2 Jahren.
      1. Besonders zu berücksichtigende Aspekte sind:
        • die Risikomanagementziele und -methoden
        • Preisänderungsrisiken
        • Ausfall- und Liquiditätsrisiken
        • Risiken aus Zahlungsstromschwankungen
    2. Beachtung bankspezifischer Vorgaben
  4. Angaben über den Bereich der Forschung und Entwicklung, § 289 Abs. 2 Nr. 3 HGB

    1. Bankspezifische Vorgaben
  5. Zweigniederlassungsbericht, § 289 Abs. 2 Nr. 4 HGB

    1. Bankspezifische Vorgaben


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